Von den Maisfeldern zum Fabrikgelände
Im Juli 2012 blickten die Investoren, Projektpartner und Vertreter der Landesregierung gemeinsam auf scheinbar endlose Maisfelder. Heute laufen genau an dieser Stelle die Bau- und Montagearbeiten zur Fertigstellung der Fabrik, die für die Verarbeitung von 1.000 t/d Rohrohrzucker ausgelegt ist, auf Hochtouren. Um das Gelände wurde eine 2 km lange Mauer errichtet; dessen Fläche von rund 150.000 m² entspricht in etwa 30 Fußballfeldern.
Das Herzstück der Raffinerie ist natürlich das Hauptverarbeitungsgebäude, in dem Rohrohrzucker zu Weißzucker verarbeitet wird. Gerade hier kamen das Fachwissen und die langjährige Erfahrung von BMA besonders zum Tragen. Die Schlüsselkomponenten für den Hauptprozess, wie Verdampfer, Vakuumkessel, Abzugsbehälter, Zentrifugen und Zuckertrockner, wurden von BMA geliefert und im Dezember 2013 an ihren endgültigen Standorten installiert. Gleichzeitig wurden im Kesselhaus drei Erdgaskessel mit einer Leistung von jeweils 25 t/d Dampf installiert, und Siemens montierte eine Dampfturbine sowie einen 4-MW-Generator. Das Kesselhaus und die Turbine werden gemeinsam den gesamten Energiebedarf der Raffinerie decken.
Eine Grundlage für reibungslose Logistik
Die fertiggestellten Lagerhallen für Rohzucker und fertigen Weißzucker ragen derzeit über das Gelände empor. In der Rohzucker-Lagerhalle können bis zu 50.000 t des Ausgangsmaterials für den Raffinationsprozess gelagert werden, während die Lagerhalle für raffinierten Zucker eine Lagerkapazität von 30.000 t des Produkts in 50-kg-Säcken aufweist.
Außerdem sind das komplexe Netz aus Schienen- und Straßenwegen sowie die Gebäude für die An- und Ablieferung deutlich zu erkennen. Diese sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Logistikprozesse. Schließlich werden in regelmäßigen Abständen ganze Zugladungen Rohzucker an die Fabrik geliefert, und jährlich müssen 300.000 Tonnen fertiger Weißzucker auf der Straße oder per Bahn zu den Endverbrauchern transportiert werden.
Optimistische Stimmung bei Anlegern und in der Öffentlichkeit
Die Investoren betonen, dass alle an der Umsetzung des Projekts beteiligten Unternehmen – aus Deutschland, Russland, der Ukraine, Weißrussland und Usbekistan – außerordentliches Engagement und hervorragende Leistungen gezeigt haben. Da Ingenieurarbeiten, Bauarbeiten und Montage zeitweise parallel liefen, war das Umsetzungstempo hoch, was den hervorragenden Projektfortschritt erklärt. Besondere Erwähnung verdienen die Leistungen des Montageteams von BMA. Das Team hatte im Gesamtprozess eine führende Rolle übernommen und musste unter schwierigen Bedingungen eine Reihe hochkomplexer Aufgaben bewältigen – darunter die Koordination von fast 500 Montage- und Bauarbeitern sowie weiteren Mitarbeitern.
Während eines Besuchs einer Delegation von Regierungsvertretern, der vom usbekischen Staatsfernsehen übertragen wurde, wurde den Investoren versichert, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen auf der Baustelle für alle Mitarbeiter gut seien. Der Besuch zeigte, wie das Projekt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Ein weiterer Beleg dafür, wie positiv das Projekt wahrgenommen wird, sind die rund 1.200 Bewerbungen für eine Anstellung in der Fabrik, die bereits bei Angren Shakar eingegangen sind. BMA setzt daher alles daran, das Projekt fristgerecht abzuschließen und sowohl die Ziele der Investoren als auch die Erwartungen der usbekischen Regierung zu erfüllen, damit die Zuckerproduktion beginnen kann.
Harald Veleta
BMA AG
Harald.Veleta@bma-de.com
