Zuckerfabriken und Raffinerien setzen auf eine bewährte Methode
BMA blickt auf eine lange Tradition in der Entwicklung von Saftreinigungsanlagen zurück. Zu den Meilensteinen zählen das „Braunschweiger Saftreinigungssystem 65“ und dessen Nachfolger „BMA 78“. Der Schwerpunkt der aktuellen Projekte liegt auf der Modernisierung und Optimierung bestehender Anlagen sowie auf dem Bau neuer Anlagen.
Die Auswirkungen eines hohen pH-Werts
Wie bei der herkömmlichen Saftreinigung wird dem Saft vor der heißen Hauptkalkung der größte Teil der Kalkmilch zugesetzt. Ihr hoher pH-Wert beseitigt den Invertzucker weitgehend und verhindert zudem eine verstärkte Farbbildung. Auf diese erste Karbonisierung folgt eine erste Abtrennung der Feststoffe in Konzentratoren oder Konzentrationsfiltern. Danach erfolgen eine weitere Erhitzung, ein zweiter Karbonisierungsschritt, die Filtration des karbonisierten Saftes und schließlich die Sicherheitsfiltration. Das Ergebnis: ein thermostabiler Dünnsaft, der bis zu 40 Prozent weniger Nichtzucker enthält als der Rohsaft.
Da sich die Qualität der Zuckerrüben in den letzten Jahren verbessert hatte, hatte sich das herkömmliche Verfahren zur Saftreinigung als Standard durchgesetzt. Dabei durchläuft der Rohsaft zunächst eine Vorbeikalkung in einer Brieghel-Müller-Anlage, gefolgt von einer kalten und anschließend einer heißen Hauptbeikalkung. Doch nun erlebt die Saftreinigung aus Braunschweig eine Renaissance.
Die Zuckerrübenkampagnen sind länger geworden, sodass die Unternehmen eine bessere Auslastung ihrer Zuckerproduktionsanlagen erzielen können. Durch die längeren Lagerzeiten verschlechtert sich jedoch die Qualität der Zuckerrüben, da sie sowohl durch Frost als auch durch Hitze geschädigt werden können. Hier kommt die Saftreinigung aus Braunschweig ins Spiel: Durch diesen Prozess wird der Invertzucker, der durch den Qualitätsverlust entsteht, weitgehend entfernt.
Nimm zwei – für mehr Flexibilität
BMA liefert Ingenieurdienstleistungen, Anlagen und Automatisierungssysteme sowohl für die konventionelle Saftreinigung als auch für das Braunschweiger Verfahren. Die beiden Verfahren lassen sich auch kombinieren: Bei hoher Rübenqualität kommt das konventionelle Verfahren zum Einsatz; wenn eine Filtration nicht mehr ohne Weiteres möglich ist und/oder der Anteil an Invertzucker im Laufe der Kampagne zunimmt, können die Hersteller auf Vorkarbonisierung und Zwischenkalkung umstellen.
Noch bis vor kurzem kamen Saftreinigungsanlagen von BMA vor allem in Großprojekten für Rübenzuckerfabriken und Raffinerien zum Einsatz. Doch wir haben uns von den Modellen BMA 65 und BMA 78 weiterentwickelt und unsere Anlagen weiter verbessert: Wir haben nicht nur Richter-Rohre in alle unsere Karbonisierungssysteme integriert, sondern auch die Verweilzeiten optimiert und die verfahrenstechnischen Aspekte der Konstruktion verbessert.
